Wie fängt die Serie “How I met your mother” nochmal an. Irgendwie was von wegen “Hallo Kinder, heute möchte ich euch erzählen, wie ich eure Mutter kennengelernt habe”. Naja, vielleicht fange ich aber noch etwas früher an, denn ich habe Georgie nicht gleich an meinem ersten Tag in Australien kennengelernt.
Ich glaube das letzte Mal, dass ich über mein Visum gesprochen habe, ist schon einige Monate her. Damals war ich noch auf meinem 1. oder 2. Working Holiday Visum, aber jetzt bin ich auf einmal auf einem Bridging Visum, da wir das Partnership Visum für mich beantragt haben. Wow, echt cool, das so zu lesen und wirklich aufregend! Wie es aber dazu gekommen ist, möchte ich euch heute erklären.
Wie fing Australien eigentlich für mich an?
Also, vor etwa 7 Jahren, im Jahr 2019 (verrückt wie die Zeit rast), bin ich nach dem Abitur mit meiner damaligen Freundin für ein Gap Year nach Australien gegangen. Wir haben uns hier damals einen Van (einen roten VW TW) von einem britischen Ehepaar, das in ihren jungen 50ern war und selbst als Backpacker vor über 30 Jahren nach Australien ausgewandert sind. Ich bin bis heute gut mit der lieben Becky und dem lieben John befreundet - die beiden sind die Besten! Jedenfalls sind wir mit dem Van einmal ganz um Australien herumgereist, hatten eine super Zeit und das Land hat mich komplett verzaubert. Ich habe einen Realitätscheck bekommen, mit dem ich nie gerechnet hätte. Das Land war so wunderschön, die Menschen so super nett und der Lifestyle einfach nur ein Traum. Nach fast 9 Monaten ging es dann aber zurück nach Köln, da ich mir vor der Abreise schon ein duales Studium organisiert hatte. BWL… (Würg, Kotz, Brech). Ne Spaß, aber leider war es wirklich nicht meine Materie und mein Lifestyle. Für 3 Jahre arbeitete ich bei einem deutschen Dax-Unternehmen und studierte nebenbei. Das war der größte Kontrast zu fast einem Jahr Aussie Dream Life…
Ich lüge nicht, wenn ich sage, es verging kein einziger Tag, an dem ich mich nicht zurück nach Australien gewünscht habe.
Ich kämpfte mich durch mein Studium und das Ende rückte langsam näher und damit auch die Frage, “wie geht es weiter?”... Ich nehme es rückblickend als ein Zeichen des Universums und ein Segen zugleich, dass ich so gerade noch rechtzeitig davon erfuhr, dass wir uns erneut für das Working-Holiday Visum bewerben konnten, obwohl wir damals nicht unsere 88 Days gemacht haben. Der Grund dafür war einzig und allein: Corona. Wer hätte das gedacht, dass dieses Virus auch nur eine gute Sache mit sich bringen würde.
1 Jahr und viele schlaflose Nächte später traf ich dann die Entscheidung, mein Übernahmeangebot in der Firma abzulehnen und mich erneut ins ungewisse Abenteuer Australien zu stürzen.
Australien 2.0
Ende November 2023 landeten die gleiche damalige Freundin und ich wieder in Australien, jedoch lief unsere Beziehung seit längerer Zeit nicht mehr gut, weswegen sie Anfang 2024 den Entschluss traf, die Beziehung zu beenden. Damals lebten wir auf der Farm und machten unsere 88 Days
Obwohl es zu dem Zeitpunkt echt eine absolut beschissene Zeit war, bin ich rückblickend so dankbar, dass alles so gekommen ist, wie es kam, denn sonst wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin.
Nach der Trennung war ich das erste Mal so wirklich frei und alleine unterwegs und ich genoss es in allen Zügen. Während ich von Januar bis April 2024 meine 88 Days auf der Farm absolvierte, surfte ich viel, reiste anschließend nach Fiji und endete nach der Reise im Mai an der Sunshine Coast. Ich glaube, ich habe die Story schon mal erzählt, aber ich erzähle sie einfach noch mal. Ich endete nur hier an der Sunshine Coast, da der LKW-Fahrer, der mein Auto abschleppte, als es auf der Farm liegen blieb, mir anbot ein Apartment an der Sunny Coast zu vermitteln. Wie witzig ist das bitte… An der Sunny Coast dann stellte sich nach 2 Wochen Warterei heraus, dass das versprochene Apartment belegt war, aber nur deswegen suchte ich auf Facebook Marketplace nach freien Zimmern und endete so bei meinem guten australischen Freund Flynn, der zu der Zeit 2 Zimmer in seinem Apartment direkt am Strand frei hatte. Für mich war dieser Umzug in die WG das Ende meines Backpacker Lebens und der Anfang von einem neuen Kapitel.
Kurz davor hatte ich nach ein paar Tagen Rumfahrerei (ich bin wirklich von Baustelle zu Baustelle gefahren) einen Job als Dachdecker bei Brownlow Built gefunden.
Und so Kinder habe ich eure Mutter kennengelernt
Jetzt aber zu dem eigentlich interessanten Teil, wie habe ich die schönste Frau ganz Australiens kennengelernt?
Es war ein Samstag im Juni, ich war mit Flynn und seinen Kumpels auf der Ocean Street unterwegs, fast schon auf dem Nachhauseweg erblickte ich Georgie, wunderschön wie sie war. Sie war mit ihren Freunden auf dem Weg zum Taxistand und ich wusste direkt, dass ich sie ansprechen musste. Wir plauderten einfach über Gott und die Welt und ich bekam ihr Instagram. 2 Wochen später lud ich sie auf ein Date ein, wir klickten sofort und der Rest ist Geschichte. Von dem Zeitpunkt an verbrachten wir jeden Tag miteinander, zogen Anfang 2025 zusammen und reisten von März bis Oktober 2025 rund um Australien, nach Bali und nach Köln, wo sie meine Familie und Freunde kennenlernte. Mein Leben war vorher schon ein aufregendes Abenteuer, aber seitdem ich Georgie begegnete, wurde alles nochmal viel besser, aufregender und ereignisreicher. Ich durfte ihre liebe Familie und Freunde kennenlernen, lerne seitdem jeden Tag mehr, egal ob Englisch oder Mindset bezogen und ich bin einfach nur glücklich. Meine Freunde in Köln sagen mir oft, dass ich ein ganz anderer bin. Ich würde so locker und froh wirken und das ist das beste Feedback ever.
Als ich Georgie kennenlernte, war mein Visa-Plan noch ein ganz anderer. Die Dachdeckerfirma, für die ich arbeitete, wollte mich sponsorn, sodass ich durch Gegenleistung für meine Arbeit meine Permanent Residency erhalten würde. Wir waren auf der Reise nach Perth, als ich erfuhr, dass ein Sponsorship nicht möglich war, da ich keine Qualifikation als Dachdecker habe. Der Anwalt, der uns diese Neuigkeit gab, brachte aber die Option mit dem Partnership Visum ins Spiel, an die keiner von uns vorher gedacht hatte.
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Das Partnership Visum
Ich bin ganz ehrlich, zu Beginn waren diese ganzen Neuigkeiten erstmal sehr überwältigend für uns beide als Paar. Mein Plan war ein anderer, nämlich das Sponsorship… Ich wollte Georgie nicht in irgendeinen Papierkrieg mit den Behörden ziehen und auch keinen Druck auf die Beziehung erzeugen…
Nach einigen vergangenen Wochen und vielen Gesprächen wurde die Sache aber für uns beide klarer. Georgie war diejenige, die letztendlich zu mir sagte, "Lass es uns einfach machen, denn am Ende hat es nur Vorteile für uns beide.”
Diese Vorteile waren folgende:
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Der Prozess war in der Regel mit bis zu 2 Jahren der schnellste, die PR zu erhalten
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Wir waren ungebunden von irgendeinem Arbeitgeber
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Ich könnte Medicare (eine australische Krankenversicherung) erhalten
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Wir könnten Leben und Reisen wo auch immer wir wollen
Somit stand es für uns fest, wir würden uns für das Partnership Visum bewerben.
Im Oktober 2025 kamen wir dann wieder von unserer Reise um Australien zurück an der Sunny Coast an und wir hatten knapp 5 Wochen, die Bewerbung fertigzustellen.
Nach etwas Recherche entschieden wir uns dafür, die “Partner Visa Academy” zur Hilfe zu holen. Diese klärten uns schnell auf, dass unser Fall ziemlich “straightforward” sei und wir mit gutem Gewissen vorangehen könnten.
Um sich für das Partnership Visa zu bewerben, muss man als Paar 4 Aspekte erfüllen und nachweisen können. Und nein, man muss nicht verheiratet sein. Es reicht, wenn man entweder nachweisen kann, dass man bereits ein Jahr zusammenlebt oder aber man registriert seine Beziehung beim Amt.
Einmal gibt es den sozialen Aspekt, das bedeutet, dass ihr als Paar ein soziales gemeinsames Leben habt, wie bspw. gemeinsame Freunde treffen, auszugehen und in das gegenseitige Familienleben eingebunden zu sein.
Dann ist da auch der finanzielle Aspekt, heißt ihr habt ein gemeinsames Konto, mit dem ihr Dinge wie Miete, Lebensmittel und andere Rechnungen bezahlt.
Der 3. Aspekt ist der Haushalt, sprich, ihr lebt zusammen und teilt euch Haushaltsaufgaben wie kochen, Wäsche waschen, Hausputz etc. Ihr sollt quasi eine Routine als Paar nachweisen können die zeigt, dass ihr als Team funktioniert.
An letzter Stelle ist dann noch das Commitment, also dass ihr beide ernsthafte Absichten miteinander habt. Das kann z.B. durch Testamente, gegenseitige Notfallkontakte und Kinderplanung gezeigt werden.
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Die nächsten 4 Wochen haben wir dann damit verbracht alle möglichen Unterlagen zusammen zu suchen, welche beweisen, dass Georgie und ich in einer echten und gegenseitigen Beziehung sind. Diese Wochen waren echt ziemlich viel Arbeit, nicht weil es schwer war das zu beweisen, nur weil es so viel war, alles zusammenzustellen. Die Partner Visa Academy hat mit ihrem Online Kurs und dem Feedback wirklich sehr gut geholfen und uns viel Sicherheit gegeben.
Und so haben wir die Bewerbung dann bis Ende November 2025 fertiggestellt und warten seitdem auf eine Rückmeldung. In der Regel sagt man, dass etwa 6 Monate nach Bewerbung das temporäre Visum ausgestellt wird und nach 2 Jahren dann das Permanente Visum.
Fazit und Inspiration
Ich hoffe jetzt habt ihr schon mal einen groben Überblick über das Partnership Visum bekommen und ich werde in der Zukunft noch mal eine konkrete Folge nur dazu machen.
Abschließend möchte ich noch ein paar Learnings zusammenfassen, die ich in der gesamten Zeit für mich realisiert habe.
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Bevor ihr gleich euphorisch werdet, wenn euch jemand ein Sponsorship anbietet, prüft, ob ihr, sowie der Arbeitgeber alle Kriterien erfüllt, um ein Sponsorship anzufangen. Versprechen sind leicht gemacht…
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Egal wie schwer, besch*ssen oder unfair ein Ereignis in eurem Leben sein mag, für irgendetwas wird es am Ende gut sein. Manchmal dauert es eine Weile, bis ihr realisiert wofür es gut war.
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Folgt eurem Herzen und trefft die Entscheidung, die sich für euch am Richtigsten anfühlt, besonders in euren 20ern! Und vergesst nicht, ihr könnt nicht versagen, wenn ihr es versucht, ihr könnt nur gewinnen und dazu lernen!
Und an dieser inspirierenden Stelle, meine Freunde, lasse ich euch wieder in euren Alltag zurück. Ich hoffe ihr konntet was mitnehmen.
Safe travels und cheers,
Jesko






